Durchschnittliche Lesegeschwindigkeit
Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit erwachsener Leserinnen und Leser liegt bei Belletristik im Bereich von 200 bis 250 Wörtern pro Minute. Schülerinnen und Schüler lesen je nach Klassenstufe deutlich langsamer, geübte Vielleser erreichen 300 Wörter pro Minute und mehr - beim überfliegenden Lesen auch darüber, allerdings auf Kosten des Verständnisses.
Wer die eigene Geschwindigkeit kennen will, misst sie am einfachsten selbst: eine Seite mit bekannter Wortzahl in Ruhe lesen, die Zeit stoppen und die Wortzahl durch die Minuten teilen. Mit dem Ergebnis liefert der Lesedauer-Rechner für jedes Buch eine persönliche Lesezeit. Unsere eigenen Lesedauer-Angaben rechnen einheitlich mit 200 Wörtern pro Minute - bewusst konservativ, damit die Schätzung eher zu lang als zu kurz ausfällt (Methodik).
Was 200 Wörter pro Minute konkret bedeuten
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Wovon die Lesegeschwindigkeit abhängt
Die 200 bis 250 Wörter pro Minute sind ein Durchschnittswert für geübte erwachsene Leser bei durchschnittlich schwierigen Texten - im Einzelfall schwankt das Tempo erheblich. Vier Faktoren wirken zusammen: die Textschwierigkeit (lange Sätze und Fachbegriffe bremsen), die Übung (wer regelmäßig liest, erkennt Wortbilder schneller, statt Buchstabe für Buchstabe zu entziffern), das Lesetempo-Ziel (überfliegendes Querlesen erreicht 400 Wörter pro Minute und mehr, kostet aber Verständnis) und die Textsorte - Lyrik und dichte Sachtexte lesen sich langsamer als ein flüssig erzählter Roman.
Für Kinder und Jugendliche gelten je nach Klassenstufe und Leseerfahrung deutlich niedrigere und stark streuende Werte. Eine seriöse Einzelzahl dafür führt Buchfakten bewusst nicht - stattdessen lässt sich das eigene Tempo direkt an einem bekannten Buch messen.
Die eigene Lesegeschwindigkeit in drei Schritten messen
Am genauesten gelingt die Messung mit einem Buch, dessen Wortzahl bekannt ist. Faust. Eine Tragödie zählt im gemeinfreien Volltext 30.658 Wörter auf 264 Seiten (Median) - macht rund 116 Wörter je Seite. Wer eine Doppelseite in Ruhe liest, die Zeit stoppt und die gelesene Wortzahl durch die Minuten teilt, hat sein persönliches Wörter-pro-Minute-Tempo.
1. Startzeit notieren und mindestens zwei Seiten am Stück lesen, damit sich Ausreißer ausgleichen. 2. Zeit stoppen und die gelesene Wortzahl ermitteln - bei gedruckten Büchern über die Wörter-je-Seite-Schätzung aus Wie viele Wörter hat eine Buchseite?. 3. Wortzahl durch Minuten teilen. Das eigene Tempo lässt sich anschließend im Lesedauer-Rechner einstellen, um die Lesezeit für jedes andere Buch im Bestand hochzurechnen.
Warum Buchfakten mit 200 Wörtern pro Minute rechnet
Die Lesedauer-Angaben auf den Buchseiten nutzen bewusst 200 statt 250 oder 300 Wörter pro Minute. Eine zu optimistische Annahme würde die Lesezeit systematisch unterschätzen; 200 Wörter pro Minute liegt am unteren Rand des üblichen Bereichs für erwachsene Leser bei Belletristik und ist damit die vorsichtigere Schätzung (Details in der Methodik). Wer schneller liest, ist entsprechend früher fertig als angegeben - eine Enttäuschung in die andere Richtung vermeidet die Site bewusst.
Die eigene Lesegeschwindigkeit steigern
Wer regelmäßig liest, wird mit der Zeit automatisch schneller - vor allem, weil sich der Wortschatz erweitert und ganze Wortbilder statt einzelner Buchstaben erkannt werden. Drei Gewohnheiten helfen konkret: bewusst am Stück lesen statt in vielen kurzen Etappen, zunächst vertraute Themen und Genres wählen (weniger unbekannte Begriffe bremsen weniger) und Ablenkungen wie das Handy während des Lesens konsequent beiseitelegen. Ein realistisches Ziel ist eine spürbare Steigerung über mehrere Wochen, nicht über eine einzelne Lesesitzung - die 200 Wörter pro Minute in unseren Lesedauer-Angaben sind ein vorsichtiger Richtwert für heute, kein Maßstab für alle Zeit.
Quelle: Deutsche Nationalbibliothek (DNB), SRU · Project Gutenberg (gemeinfreie Volltexte) · Schaetzmodell buchfakten.de · Alle Angaben ohne Gewähr.
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