Warum Seitenzahlen je Ausgabe verschieden sind - und welche zählt
Dasselbe Buch, drei Antworten: Taschenbuch, gebundene Ausgabe und Schulausgabe desselben Titels können sich um hunderte Seiten unterscheiden. Schriftgrad, Satzspiegel, Papierformat und Anhänge (Nachwort, Kommentar, Vokabelhilfen) verändern die Seitenzahl, ohne dass sich am Text ein Wort ändert.
Deshalb nennt Buchfakten nie die Seitenzahl „der einen" Ausgabe, sondern den Median über alle deutschsprachigen Druckausgaben, die die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet - zusammen mit der Spanne von der kürzesten zur längsten Ausgabe. Wer die Seitenzahl einer konkreten Ausgabe braucht, findet sie über die ISBN im DNB-Katalog.
Wer online nach der Seitenzahl eines Buches sucht, findet deshalb oft mehrere widersprüchliche Angaben - je nachdem, welche Ausgabe der jeweilige Shop oder Katalog gerade führt. Ein Vergleich zwischen zwei Büchern ist nur dann fair, wenn beide Zahlen aus derselben Art von Auswertung stammen.
Die größten Spannen in unserem Bestand
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Warum sich Seitenzahlen so stark unterscheiden
Vier Stellschrauben verändern die Seitenzahl, ohne den Text zu verändern: die Schriftgröße und der Zeilenabstand (großzügig gesetzte Ausgaben brauchen deutlich mehr Seiten), das Papierformat (Taschenbuch gegen gebundene Ausgabe), Zusatzmaterial wie Nachwort, Anmerkungen oder Vokabelhilfen bei Schulausgaben, und bei übersetzten Werken die Übersetzung selbst - verschiedene Übersetzer brauchen für denselben Ausgangstext unterschiedlich viele Wörter.
Konkrete Beispiele aus unserem Bestand
Krieg und Frieden reicht je nach Ausgabe von 453 bis 1.600 Seiten - eine Spanne von 1.147 Seiten für denselben Roman, ausgewertet über 136 deutschsprachige Druckausgaben laut Deutscher Nationalbibliothek. Bei David Copperfield liegt die Spanne zwischen 364 und 1.231 Seiten. Die vollständige Rangliste der größten Spannen in unserem Bestand steht in der Tabelle oben.
Seitenzahl einer bestimmten Ausgabe finden
Wer die Seitenzahl der Ausgabe im eigenen Regal sucht, findet sie am zuverlässigsten über die ISBN im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek - dort ist jede Ausgabe einzeln erfasst. Buchfakten zeigt bewusst nicht die Seitenzahl einer einzelnen Ausgabe, sondern den Median über alle erfassten deutschsprachigen Druckausgaben: ein Wert, der für den Vergleich zwischen Büchern verlässlicher ist als die zufällige Auswahl einer einzelnen Ausgabe (mehr dazu in der Methodik).
Was das für den Vergleich zwischen Büchern bedeutet
Wer zwei Bücher nach Umfang vergleicht, vergleicht damit eigentlich zwei Mediane über unterschiedlich viele Ausgaben - nicht zwei feste Werte. Ein Buch mit wenigen erfassten Ausgaben kann einen weniger stabilen Median haben als ein vielfach neu aufgelegter Klassiker. Buchfakten zeigt deshalb zu jeder Seitenzahl auch die Zahl der ausgewerteten Ausgaben und, wo vorhanden, die Spanne von kürzester zu längster Ausgabe - damit lässt sich einschätzen, wie belastbar der Vergleich ist.
Für einen Überblick über besonders große und besonders kleine Spannen im Bestand lohnt sich der Blick in die Tabelle oben; für den direkten Vergleich zweier konkreter Bücher stehen auf jeder Buchseite die vergleichbaren Titel derselben Kategorie mit Seitenzahl nebeneinander.
E-Books zählen Seiten anders
Bei E-Books hängt die angezeigte „Seitenzahl" zusätzlich vom Gerät, der gewählten Schriftgröße und dem Zeilenabstand ab - derselbe Text kann auf einem E-Reader mit großer Schrift deutlich mehr „Seiten" haben als in kleiner Schrift. Verlässlicher als Seitenangaben ist bei E-Books deshalb oft die geschätzte Lesezeit, die manche Shops anzeigen, oder die Wortzahl, sofern sie verfügbar ist. Buchfakten bezieht seine Seitenangaben ausschließlich aus gedruckten Ausgaben, wie sie die Deutsche Nationalbibliothek erfasst - eine E-Book-spezifische Seitenzahl führt die Site bewusst nicht, weil sie sich mit jeder Geräteeinstellung ändert und keinen stabilen Vergleichswert liefert. Für den Vergleich zwischen einer gedruckten und einer digitalen Ausgabe bleibt deshalb nur die Wortzahl als gemeinsamer Nenner.
Quelle: Deutsche Nationalbibliothek (DNB), SRU · Project Gutenberg (gemeinfreie Volltexte) · Schaetzmodell buchfakten.de · Alle Angaben ohne Gewähr.
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